Platinen selbst zu verarbeiten ist leicht fummelig. Bevor man ordentliche Resultate erzielt, wird man sich ein paar mal in den Fuß schiessen. Der Aufwand durch Belichten, Entwickeln und Ätzen ist dennoch deutlich geringer als Bussysteme mit Draht auf Rasterplatinen zu verlegen.

Die billigste Variante für gelegentliches Platinenherstellen ist jedoch photobeschichtete Kupferplatten zu belichten, zu entwickeln, zu ätzen und zu bohren. Die hier beschriebene Methode erfordert keine speziellen Geräte. Einzig eine Schwarzlichleutstoffröhre, die man im Baumarkt für ca. 25 Euro erwerben kann, wird gebraucht. Der geringere UV-Strahlenanteil läßt sich durch eine längere Belichtungsdauer kompensieren.

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Vergleichsweise einfach ist es, einseitige Platinen herzustellen. Muss es aber ein beidseitiges Design sein, bedarf es äußerst genaues Arbeiten, um die beiden Seiten deckungsgleich zu bekommen. Für jede Seite muss eine Folie mit dem Layout gedruckt werden. Dabei möglichst verschwenderisch (fett und dicht) Tinte/Toner einsetzen. Wenn die Leiterbahnen und Bohrlöcher auch noch klein und feinstrukturiert sind (wie bei Mikrocontrollern oft der Fall), empfiehlt es sich evtl. sogar die Folien doppelt auszudrucken und übereinander zu kleben, um eine bessere Lichtdichtigkeit des gedruckten zu erreichen! Ansonsten kann es pasieren, dass beim Belichten + Ätzen die Leiterbahnen Fehlstellen aufweisen, die dann mühsam durch Kontakt-tests und Überbrücken/Nachlöten korrigiert werden müssen (ich spreche aus leidiger Erfahrung!). Durch die doppelten Folien muss etwas länger belichtet werden. Am besten eine kurze Belichtungs- und Ätzserie an irgendwelchen Platinen-Resten. Auch kann es passieren, dass bei Laserdruckern der erste Ausdruck bei einer anderen Temperatur erfolgt als die übrigen - da der Drucker sich erst aufwärmt. Dann sind die Folien wegen unterschiedlicher Ausdehnung nicht wirklich deckungsgleich! Also wenn es darauf ankommt, erst einmal einen Testdruck vorweg und erst dann alle Folien auf einmal durch den Drucker schicken.

Zur Vorbereitung werden die beiden bedruckten Folien mit Klebeband so gegeneinander fixiert, daß markannte Stellen wie Bohrlöcher genau übereinanderliegen. Zwischen die beiden Folien wird die Platine gelegt. Diese "Folientasche" mit der darin enthaltenen Platine wird durch zwei Glasscheiben zusammengedrückt. Verrutschungen beim Umdrehen können dadurch verhindert werden, indem die Tasche an 2-3 leeren Stellen aufgeschnitten und über diese Löcher mit Klebestreifen die Folie an die Platine festgeklebt wird.


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Die Leutstoffröhre bockt man derart auf einen Stapel Bücher auf, so daß zwischen Glasplatte und Lichtquelle eine Hand breit Abstand ist. Ist die Glasplatte zu nahe an der Lichtquelle, treten zum Platinenrand Reflektionen auf und die Platine wird ungleichmäßig belichtet. Geeignet ist deshalb auch ein weißes Blatt Papier, welches nach oben wegstrahlende Anteile zurücklenkt.

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Belichtet wird dann pro Seite genau 7 Minuten. Beim Wenden des Glasplattenkonstruktes müssen die Gliedmassen etwas koordiniert werden, da sonst Bohrlöcher auf Ober- und Unterseite nicht mehr deckungsgleich sind. Es kann sein, daß bei der Belichtungsdauer etwas experimentiert werden muß, um ein optimales Ergebnis zu erhalten.

Natürliches Licht ist kaum kritisch. D.h. man kann auch bei Tageslicht belichten, ohne eine Dunkelkammer aufsuchen zu müssen. Man sollte natürlich trotzdem nicht die Schutzfolie abziehen und dann in den Urlaub fahren. Aber ein wenig Sonnenlicht schadet nicht, da es weniger ultravioletten Anteil besitzt.

Nach dem Belichten muß die Platine noch im Entwicklerbad geschwenkt werden. Die Entwicklerlösung sollte nach Gebrauchsanweisung dosiert werden und kann für die nächsten Bastelaktionen aufbewahrt werden. Die hauchdünne Beschichtung sollte auf keinen Fall angekratzt werden!

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Anschließend in klarem Wasser abspülen und dabei möglichst nicht mechanisch auf die Oberfläche einwirken, da diese relativ empfindlich ist.

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... und ätzen. Von der Verwendung von de:Eisen(III)-chlorid sei abgeraten. Die Resultate sehen nicht so schön aus. Dazu ist es auch nicht sehr umweltfreundlich. Sehr viel saubere Ergebnisse erzielt man mit Ammoniumpersulfat. Dieses wird in heißem Wasser gelöst. Verbrauchte Ätzlösungen kann man unzugänglich für Kinder usw. im Keller verdunsten lassen. Die Rückstände kristallisieren dann aus.

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Fertig ist die Platine. Diese muss noch gebohrt werden. Dazu empfiehlt sich ein Bohrständer.

Sehr viel einfacher geht das natürlich mit einer Platinenfräse.