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Entwurf! do not touch
 
Entwurf! do not touch
  
Die klassischen Urnenwahl und ein Wahlcomputer unterscheiden sich in zwei Punkten:
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In der Diskussion um die Manipulierbarkeit von Wahlmaschinen wird in der Regel eine ganze Reihe von Kriterien betrachtet: Die Software, Bauartzulassung, Versiegelung der Hardware, ... dabei lässt sich der grundlegende Unterschied zwischen einer klassischer Urnenwahl und der mit einem Wahlcomputer auf einen entscheidenden Punkt reduzieren, nämlich dem Speichermedium der Wählerstimmen:
#Das Vorhandensein einer Software innerhalb des Wahlcomputers. Deren Aktionen sind für einen Wähler nicht sichtbar und er hat keine Kontrolle darüber was die Software mit seiner Stimme macht. Er muss darauf vertrauen, dass der Programmierer der Wahlcomputers keinen Fehler gemacht hat, die PTB richtig geprüft hat und niemand die Software manipuliert hat. Stimmzettel dagegen führen kein Eigenleben.
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* In Wahlcomputern wird ein RAM-Speicher (im folgenden RAM) verwendet, am besten vergleichbar mit der Speicherkarte einer Digitalkamera.  
#Das Speichermedium der Wählerstimmen:
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* In Wahlcomputern wird ein RAM-Speicher (im folgenden RAM) verwendet, am besten vergleichbar mit der Speicherkarte einer Digitalkamera.
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* Bei der Urnenwahl werden Stimmzettel aus Papier und dokumentenechte Tine verwendet.
 
* Bei der Urnenwahl werden Stimmzettel aus Papier und dokumentenechte Tine verwendet.
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Diese beiden Medien unterscheiden sich fundamental darin, dass der RAM nicht mit bloßem Auge lesbar und beliebig oft änderbar ist. Den Stimmzettel dagegen kann der Wähler selber lesen und er ist einmal ausgefüllt auch nicht ohne Spuren zu ändern.
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Die Konsequenzen dieser Unterschiede im Speichermedium für die Manipulationssicherheit sind immens.
  
 
Warum die Kombination von RAM-Speicher und Software deutlich unsicherer ist als Papier und Tinte wird im folgenden an den wesentlichen Sicherheitsaspekten einer demokratischen Wahl aufgezeigt. Anforderungen an das Wahlsystem ist dabei die vollständige Nachvollziehbarkeit der Wahl durch die eigenen Augen des Wählers.
 
Warum die Kombination von RAM-Speicher und Software deutlich unsicherer ist als Papier und Tinte wird im folgenden an den wesentlichen Sicherheitsaspekten einer demokratischen Wahl aufgezeigt. Anforderungen an das Wahlsystem ist dabei die vollständige Nachvollziehbarkeit der Wahl durch die eigenen Augen des Wählers.
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Fazit: Wenn es Wahlen mit Papier und Tinte nicht schon gäbe, müsste man sie erfinden.
 
Fazit: Wenn es Wahlen mit Papier und Tinte nicht schon gäbe, müsste man sie erfinden.
 
[[Kategorie:Wahlcomputer]]
 

Version vom 14. November 2006, 02:44 Uhr

Entwurf! do not touch

In der Diskussion um die Manipulierbarkeit von Wahlmaschinen wird in der Regel eine ganze Reihe von Kriterien betrachtet: Die Software, Bauartzulassung, Versiegelung der Hardware, ... dabei lässt sich der grundlegende Unterschied zwischen einer klassischer Urnenwahl und der mit einem Wahlcomputer auf einen entscheidenden Punkt reduzieren, nämlich dem Speichermedium der Wählerstimmen:

  • In Wahlcomputern wird ein RAM-Speicher (im folgenden RAM) verwendet, am besten vergleichbar mit der Speicherkarte einer Digitalkamera.
  • Bei der Urnenwahl werden Stimmzettel aus Papier und dokumentenechte Tine verwendet.

Diese beiden Medien unterscheiden sich fundamental darin, dass der RAM nicht mit bloßem Auge lesbar und beliebig oft änderbar ist. Den Stimmzettel dagegen kann der Wähler selber lesen und er ist einmal ausgefüllt auch nicht ohne Spuren zu ändern.

Die Konsequenzen dieser Unterschiede im Speichermedium für die Manipulationssicherheit sind immens.

Warum die Kombination von RAM-Speicher und Software deutlich unsicherer ist als Papier und Tinte wird im folgenden an den wesentlichen Sicherheitsaspekten einer demokratischen Wahl aufgezeigt. Anforderungen an das Wahlsystem ist dabei die vollständige Nachvollziehbarkeit der Wahl durch die eigenen Augen des Wählers.

Kontrolle Kontrolle des Nullbeginns der Zählung

Um dies mit den eigenen Augen kontrollieren zu können müssen die Stimmen physikalisch gespeichert werden.

  • Papier: Bewährt haben sich Urnen die mit Stimmzetteln aus Papier gefüllt werden. Der Wähler kann vor Beginn der Wahl kontrollieren, dass die Urne leer ist.
  • RAM: Bei einer Speicherung der Stimmen in einem Computer kann er sich zwar auf dem Bildschirm zeigen lassen, ob alle Zählerstände auf Null sind, aber muss darauf vertrauen, dass die Software nicht manipuliert wurde und die richtigen Zahlen anzeigt. Die Richtigkeit der Software kann zwar vom Wahlamt geprüft werden, aber dazu muss der Wähler wieder dem Wahlamt trauen und nicht seinen Augen.

Eine weitere Kontrolle des Nullbeginns ist, dass die Anzahl der Stimmen am Ende mit der Wählerliste übereinstimmt.

Selbst nachvollziehbare Abgabe der eigenen Stimme

Die Stimme muss auf Medium gespeichert werden, dass nur einmal beschreibbar und mit den Augen des Wählers lesbar ist.

  • Papier: Auch hier haben sich Stimmzettel aus Papier bewährt. Der Wähler sieht was er ankreuzt und seine Kreuze sind nicht mehr änderbar.
  • RAM: Bei einer Speicherung in im Speicher eines Computers ist weder nachvollziehbar was gespeichert wurde, noch ist es unveränderbar. Eine Manipulierte Software könnte sowohl die Stimme falsch speichern, als sie auch nachträglich ändern.
  • Sonderfall CD-R: Bei einer Speicherung der Stimmen auf einem CD-R-Rohling wäre die Stimme zwar auch nicht mehr änderbar, aber es ist nicht durch den Wähler nachvollziehbar was geschrieben wurde. Außerdem würden alle Stimmen in einer festen Reihenfolge gespeichert werden und somit das Wahlgeheimnis gefährden.


Wahrung des Wahlgeheimnisses

Niemand darf ermitteln können, was der Wähler gewählt hat. Der Sinn des Wahlgeheimnisses ist es Einschüchterung von Wählern und Stimmenverkauf zu erschweren.

Bei allen Formen der Stimmabgabe könnte jemand, der über die Schulter schaut oder eine versteckte Kamera in der Wahlkabine benutzt, das Wahlgeheimnis verletzten.

Papier: Damit niemand den Stimmzettel außerhalb der Wahlkabine sehen kann wird er in einen Umschlag gesteckt. Eine versteckte Markierung einzelner Umschläge oder Stimmzettel wäre möglich. RAM: Bei einem Wahlcomputer kann eventuell die elektromagnetische Abstrahlung das Wahlgeheimnis verletzen.

Nachvollziehbarkeit das Stimmen nicht verschwinden, geändert werden, hinzukommen

Hier ist das größte Risiko eine Änderung der Stimmen da ein Verschwindenlassen oder Dazufügen Unstimmigkeiten mit Anzahl in der Liste der abgegebenen Stimmen erzeugt.

Papier: Durch Beobachtung der Urne kann der Wähler ausschließen, dass weitere Umschläge in die Urne geworfen werden. Eine Manipulation der Stimmzettel innerhalb der Urne kann nach derzeitigem Stand der Technik ausgeschlossen werden. RAM: Wieder muss er Anderen vertrauen, dass die Software nicht manipuliert wurde und nicht weitere Stimmen in den Speicher schreibt.


Nachvollziehbare Auszählung

Durch seine Anwesenheit bei der Auszählung kann der Wähler bei einer Papierwahl nachvollziehen das:

  • keine gültigen Stimmzettel ungültig gemacht werden
  • keine Stimmzettel verschwinden, ausgetauscht oder hinzugefügt werden

Hier hat das RAM gegenüber Papier den einzigen Vorteil: Die Geschwindigkeit der Auszählung verringert sich von Stunden auf Millisekunden.

Zentrale Addierung der Stimmen

Problematik Briefwahl

Die Briefwahl ist für den Wähler auch nicht nachvollziehbar. Weder kann er sicher sein, dass seine Stimmte gezählt wird wenn er selber an der Briefwahl teilnimmt, noch kann er sehen ob bei der Auszählung betrogen wird.

England

Alle Probleme der Briefwahl gelten genauso für eine Internet- oder SMS-Wahl.


Weitere Medien

  • cdr
  • lochkarte


Ausgenommen aus dieser Betrachtung sind folgende Betrugsmöglichkeiten, da sie für einen Wähler niemals nachvollziehbar sind:

  • Vollständigkeit/Unvollständigkeit der Wahlberechtigten-Liste
  • Doppelte Stimmabgabe in mehreren Wahllokalen
  • Doppelte Stimmabgabe im Wahllokal und per Briefwahl
  • Alle anderen Sicherheitsprobleme der Briefwahl
  • Kontrolle der Identität der anderen Wähler

Bei diesen Problemen muss sich der Wähler immer auf andere, bzw. den Staat verlassen. Hier ist ein Mehraugenprinzip gefragt oder eine eigene Kontrolle durch die zur Wahl stehenden Parteien (siehe zum Teil USA).


Fazit: Wenn es Wahlen mit Papier und Tinte nicht schon gäbe, müsste man sie erfinden.