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Stelle hier mal Fragen ein, die auf der Mailingliste aufgekommen sind:  
 
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wer weitere Fragen hat, einfach oben anfügen
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wer weitere Fragen hat, einfach oben anfügen. Die werden dann je nachdem auch auf https://berlin.ccc.de/wiki/Wahlbeobachtungen/Checkliste eingepflegt.
  
 
=== Was brauche ich bzw. sollte ich einstecken? (im übertragendem Sinne als materiell gemeint) ===
 
=== Was brauche ich bzw. sollte ich einstecken? (im übertragendem Sinne als materiell gemeint) ===
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* Wenn vorhanden: Notebook und ggf. umts-Karte
 
* Wenn vorhanden: Notebook und ggf. umts-Karte
 
* Zu Hause gerne Stöbern: Wahlgesetz, Wahlgeräteverordnung, Wahlerlasse (nr. 24!) /matthias
 
* Zu Hause gerne Stöbern: Wahlgesetz, Wahlgeräteverordnung, Wahlerlasse (nr. 24!) /matthias
* bitte auch https://berlin.ccc.de/mediawiki/images/7/7e/Wahlbeobachtungscheckliste.pdf lesen, bzw die ge-updatete Version in ein paar Tagen dann (oder dabei helfen) /sva
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* bitte auch [[Wahlbeobachtungen/Checkliste]] lesen, dort gibts eine Liste /sva
 
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=== Wie sollte ich mich idealerweise verhalten? ===
 
=== Wie sollte ich mich idealerweise verhalten? ===
  
* Freundlich. Nach meiner Meinung ist der Wahlhelfer kein Feind,
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* Freundlich. Nach meiner Meinung ist der Wahlhelfer kein Feind, sondern im normalen Fall auch nur ein Opfer. In der Regel gibt es unter den Wahlhelfern drei verschiedene Gruppen:
sondern im normalen Fall auch nur ein Opfer. In der Regel gibt es
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** Bürger, die das freiwillig tun (theoretisch möglich, aber nur noch selten: zwangsverpflichtete Bürger)
unter den Wahlhelfern drei verschiedene Gruppen:
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noch selten: zwangsverpflichtete Bürger)
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** Parteiaktivisten, die im Proporz abgestellt wurden
 
** Parteiaktivisten, die im Proporz abgestellt wurden
 
** Gemeindeangestellte
 
** Gemeindeangestellte
*** Gemeindeangestellte werden im Zweifel noch die "ideologisch" fittesten
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*** Gemeindeangestellte werden im Zweifel noch die "ideologisch" fittesten sein und die Nedap-Argumentbroschüre am besten auswendig gelernt haben.
sein und die Nedap-Argumentbroschüre am besten auswendig gelernt
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* Selbstsicher. Du hast das Recht, an einer öffentlichen Wahl beizuwohnen. Dieses Recht kann dir nicht genommen werden, wenn du freundlich bleibst nicht "störst". /matthias
haben.
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* svas Methode: das Wahllokal betreten und sich als "neutraler Wahlbeobachter" oder "jmd mit Interesse" vorstellen. Interesse an den Wahlcomputern zeigen, evtl sogar "good cop, bad cop" machen: einer bewundert die Computer und sagt "ja, ich habe ja gehört, sie haben hier was ganz besonderes blabla" - dann aber sagen "und umso mehr ich mich beschäftige, desto unklarer wird das" und sowas. Dann kommt der kritische Kollege zu Wort. Geht super in m/w Kombination.
* Selbstsicher. Du hast das Recht, an einer öffentlichen Wahl
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* '''die Wahl nicht stören!''' Sobald ein Wähler den Raum betritt, sofort Klappe halten, sich zurückziehen, in der Ecke stehen und warten, bis Wahl durchgefuert wurde. /sva
beizuwohnen. Dieses Recht kann dir nicht genommen werden, wenn du
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freundlich bleibst nicht "störst". /matthias
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=== gibt es überhaupt Situationen wo man reagiere darf und wann ist das? ===
 
=== gibt es überhaupt Situationen wo man reagiere darf und wann ist das? ===
Ich persönlich rate dazu, in der Regel nur zu dokumentieren. Wenn der
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* Ich persönlich rate dazu, in der Regel nur zu dokumentieren. Wenn der Wahlvorstand sich nicht an die Regeln hält, kann man das dokumentieren. Wenn beispielsweise ein krasser Fall vorliegt, beispielsweise ein gebrochenes Siegel, dann dringend dokumentieren und wenn der Wahlvorstand von sich aus nicht das Wahlbüro alarmiert und einen Ersatz beschafft, wäre es ggf. auch nötig, einen Anwalt oder zumindest den Landeswahlleiter zu alarmieren. /matthias
Wahlvorstand sich nicht an die Regeln hält, kann man das
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* ich weiß jetzt nicht so ganz, wie Du "reagieren" meinst. Aber wir hatten zb schon mehrmals den Fall, dass die Wahlbeobachter um 18 uhr des Lokals verwiesen wurden. Dies zb ist nicht zulässig. Für solche Fragen wird es aber am betreffenden tag eine Handynummer geben, wo jmd zu erreichen ist, der solche Fragen direkt beantworten kann, sollte dann wirklich etwas derartiges sein. Ansonsten ist der Wahlleiter, also im zentralen Wahlbüro (meist im Rathaus) auch immer anrufbar, dieser sollte die Gesetzeslage kennen. Aber die Wahlhelfer werden hoffentlich ausnahmsweise auch ordentlich geschult sein. Unklar ist zb der Punkt "Fotos" aber das werden wir in der Checkliste genauer darlegen. /sva
dokumentieren. Wenn beispielsweise ein krasser Fall vorliegt,
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einen Ersatz beschafft, wäre es ggf. auch nötig, einen Anwalt oder
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* Alles, was oberhalb von unfreundlicher Behandlung liegt. Auf Provokationsversuche nicht /matthias (reagieren? /sva)
zumindest den Landeswahlleiter zu alarmieren. /matthias
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* Oftmals wird von Wahlhelfern um Ausweis gebeten. Dies ist nicht notwendig, ein Vorzeigen wirkt aber unter Umständen deeskalierend. /sva
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* Ausserdem darf man sich nicht des Wahllokals verweisen lassen, ausser man störte den reibungslosen Ablauf der Wahl. /sva
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* auch wird manchmal vorgeworfen, dass man Bürger der Stadt sein müsste, um Wahlbeobachter zu sein. Dies ist nicht richtig, jeder kann dies tun. Man muss nicht mal deutsch sein. /sva
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=== Würden mehrere Personen eher Sinn machen als einziger? ===
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* Alles oberhalb von 2 Personen halte ich für overkill, also nimmt man lieber mehrere Büros ins Visier. Wenn zwei Leute in einem Falle eines verstoßes was bezeugen und belegen können, ist das natürlich kein Schaden. /matthias
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* 2 sind optimal. Mit 4 Leuten in ein Lokal einlaufen, ist schon zu viel, da die Wahlhelfer sich dann überrannt fühlen. Man kann aber gut zu viert unterwegs sein, und sich aufteilen (zwei bleiben draussen und reden mit den Wählern, zwei gehen rein und danach umgekehrt dasselbe. Oft sind auch mehrere "Lokale" in einem Gebäude, da kann man sich dann auch dementsprechend aufteilen) Bietet sich halt an, da 4 Leute gut in ein Auto passen. /sva
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[[Kategorie:Wahlbeobachtung]]

Aktuelle Version vom 13. Februar 2008, 15:52 Uhr

Stelle hier mal Fragen ein, die auf der Mailingliste aufgekommen sind: wer weitere Fragen hat, einfach oben anfügen. Die werden dann je nachdem auch auf https://berlin.ccc.de/wiki/Wahlbeobachtungen/Checkliste eingepflegt.

Was brauche ich bzw. sollte ich einstecken? (im übertragendem Sinne als materiell gemeint)

  • Kamera (Videokamera oder Knipse)
  • Konkrete Ortsangabe, wo das Wahlbüro ist (erfragen im Wahlamt), Google-Maps-Ausdruck
  • Ausdruck von Checklisten, welche Dinge am wichtigsten zu prüfen sind
  • Was zum Trinken/Essen, wenn es länger dauert.
  • Das gute Gefühl, Trendsetter eines neuen Nerdsports zu sein.
  • Telefonlisten anderer Beobachter, inklusive Landeswahlleiter
  • Wenn vorhanden: Notebook und ggf. umts-Karte
  • Zu Hause gerne Stöbern: Wahlgesetz, Wahlgeräteverordnung, Wahlerlasse (nr. 24!) /matthias
  • bitte auch Wahlbeobachtungen/Checkliste lesen, dort gibts eine Liste /sva

Wie sollte ich mich idealerweise verhalten?

  • Freundlich. Nach meiner Meinung ist der Wahlhelfer kein Feind, sondern im normalen Fall auch nur ein Opfer. In der Regel gibt es unter den Wahlhelfern drei verschiedene Gruppen:
    • Bürger, die das freiwillig tun (theoretisch möglich, aber nur noch selten: zwangsverpflichtete Bürger)
    • Parteiaktivisten, die im Proporz abgestellt wurden
    • Gemeindeangestellte
      • Gemeindeangestellte werden im Zweifel noch die "ideologisch" fittesten sein und die Nedap-Argumentbroschüre am besten auswendig gelernt haben.
  • Selbstsicher. Du hast das Recht, an einer öffentlichen Wahl beizuwohnen. Dieses Recht kann dir nicht genommen werden, wenn du freundlich bleibst nicht "störst". /matthias
  • svas Methode: das Wahllokal betreten und sich als "neutraler Wahlbeobachter" oder "jmd mit Interesse" vorstellen. Interesse an den Wahlcomputern zeigen, evtl sogar "good cop, bad cop" machen: einer bewundert die Computer und sagt "ja, ich habe ja gehört, sie haben hier was ganz besonderes blabla" - dann aber sagen "und umso mehr ich mich beschäftige, desto unklarer wird das" und sowas. Dann kommt der kritische Kollege zu Wort. Geht super in m/w Kombination.
  • die Wahl nicht stören! Sobald ein Wähler den Raum betritt, sofort Klappe halten, sich zurückziehen, in der Ecke stehen und warten, bis Wahl durchgefuert wurde. /sva

gibt es überhaupt Situationen wo man reagiere darf und wann ist das?

  • Ich persönlich rate dazu, in der Regel nur zu dokumentieren. Wenn der Wahlvorstand sich nicht an die Regeln hält, kann man das dokumentieren. Wenn beispielsweise ein krasser Fall vorliegt, beispielsweise ein gebrochenes Siegel, dann dringend dokumentieren und wenn der Wahlvorstand von sich aus nicht das Wahlbüro alarmiert und einen Ersatz beschafft, wäre es ggf. auch nötig, einen Anwalt oder zumindest den Landeswahlleiter zu alarmieren. /matthias
  • ich weiß jetzt nicht so ganz, wie Du "reagieren" meinst. Aber wir hatten zb schon mehrmals den Fall, dass die Wahlbeobachter um 18 uhr des Lokals verwiesen wurden. Dies zb ist nicht zulässig. Für solche Fragen wird es aber am betreffenden tag eine Handynummer geben, wo jmd zu erreichen ist, der solche Fragen direkt beantworten kann, sollte dann wirklich etwas derartiges sein. Ansonsten ist der Wahlleiter, also im zentralen Wahlbüro (meist im Rathaus) auch immer anrufbar, dieser sollte die Gesetzeslage kennen. Aber die Wahlhelfer werden hoffentlich ausnahmsweise auch ordentlich geschult sein. Unklar ist zb der Punkt "Fotos" aber das werden wir in der Checkliste genauer darlegen. /sva

Was sollte ich mir auf gar keinem Fall gefallen lassen?

  • Alles, was oberhalb von unfreundlicher Behandlung liegt. Auf Provokationsversuche nicht /matthias (reagieren? /sva)
  • Oftmals wird von Wahlhelfern um Ausweis gebeten. Dies ist nicht notwendig, ein Vorzeigen wirkt aber unter Umständen deeskalierend. /sva
  • Ausserdem darf man sich nicht des Wahllokals verweisen lassen, ausser man störte den reibungslosen Ablauf der Wahl. /sva
  • auch wird manchmal vorgeworfen, dass man Bürger der Stadt sein müsste, um Wahlbeobachter zu sein. Dies ist nicht richtig, jeder kann dies tun. Man muss nicht mal deutsch sein. /sva

Würden mehrere Personen eher Sinn machen als einziger?

  • Alles oberhalb von 2 Personen halte ich für overkill, also nimmt man lieber mehrere Büros ins Visier. Wenn zwei Leute in einem Falle eines verstoßes was bezeugen und belegen können, ist das natürlich kein Schaden. /matthias
  • 2 sind optimal. Mit 4 Leuten in ein Lokal einlaufen, ist schon zu viel, da die Wahlhelfer sich dann überrannt fühlen. Man kann aber gut zu viert unterwegs sein, und sich aufteilen (zwei bleiben draussen und reden mit den Wählern, zwei gehen rein und danach umgekehrt dasselbe. Oft sind auch mehrere "Lokale" in einem Gebäude, da kann man sich dann auch dementsprechend aufteilen) Bietet sich halt an, da 4 Leute gut in ein Auto passen. /sva