Datengarten 35

Stalker - das Buch, der Film, das Game, der Mensch

Zusammenfassung

Hin und wieder hilft es, daran zu erinnern, dass die Wirklichkeit nicht wirklich existiert. Von diesem Punkt aus erfährt man erst einmal viele Freiheiten, denn "Nichts ist wahr, und alles ist erlaubt." Jetzt gehen wir weiter und merken, die Welt wird nicht einfacher und nicht wärmer und unterhaltsamer und heller. Aber wir können konstruieren und wir sind nicht allein, und so entsteht - eigentlich, immer schon - die beste aller Wirklichkeiten: als soziale Konstruktion.

Dies als Geschichte zu erzählen bedeutet, das Ende offen zu halten, also den Ausgang in die nächste Ebene so zu falten, dass sich niemals ein "Kreis schliesst". Denn wenn die Geschichte so geschlossen wäre und endete, dann könnte sie nicht mit dem Leben verbunden sein.

Stalker fing an als Buch zweier Schriftsteller-Brüder, wurde weitererzählt von einem Filmemacher, dabei ästhetisch angereichert. Und weitererzählt von einer Schar Game-Designer, die ganz russisch, langsam und mit großem Atem, die dritte Transformation herstellten - die sehen wir uns heute an. Das Game erzählt, unter anderem, die Geschichte einer Zone, von Ausgestoßenen, die rastlos umherstreifen, auf der Suche nach Wünschen, die am Ende erfüllt würden, wenn man sie hätte. Die Geschichte ist durchsetzt von Anekdoten, russischen - jemand übersetzt dazu, und erzählt, vielleicht, eine weitere, vierte Geschichte.

Im Kontext von Politik, Wahlen und Demos und so, geht es auch darum, noch einmal zu sagen, dass ohne Kultur alles nichts ist.

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You have to be in hell to see heaven. (W.S. Burroughs)

Referenten

Bernd, Andrej

Ort und Zeit

  • Donnerstag, 5. November 2009, 20:30 Uhr
  • Chaos Computer Club Berlin, Marienstr. 11, 10117 Berlin

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