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hallo
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[http://einmachglas.wordpress.com/2007/11/15/wahlbeobachtung/ Fotos und Blogeintrag]
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Am späten Nachmittag fahren wir zu zweit in die Grundschule Vogelsdorf, um der Auszählung der Stimmen beizuwohnen. In der Schule befinden sich die Wahllokale für den Sektor 001 und den Sektor 002. Als wir dort eintreffen, werden wir von zwei Herren freundlich begrüßt, die uns den Weg ins Wahllokal für Sektor 001 weisen. Mit einer Kamera bewaffnet, treffen wir kurz vor 18:00 Uhr dort ein und treffen auf ein Team von Wahlhelfern, das sichtlich erstaunt darüber ist, dass dort jetzt jemand fotografieren will. Nachdem unsere Ausweisdaten aufgenommen wurden, lässt man uns jedoch gewähren. Püntlich um 18:00 Uhr wird das Wahllokal geschlossen, und wir werden gebeten, den Raum zu verlassen. Auf die Frage, weshalb dieser Teil der Wahl unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden soll, bekommen wir zur Antwort lediglich den Hinweis, dass wir in zwei Minuten wieder reinkommen dürften. Also begeben wir uns ins daneben gelegene Wahllokal für Sektor 002, wo die Prozeduren offenbar anders ausgelegt sind. Dort war man gerade damit beschäftigt, die Bedienungsanleitung der Wahlmaschine zu konsultieren, um die Wahl abzuschließen. Wir erbaten Einsicht in die Baugleichheitserklärung für die Wahlmaschine, die nach der Wahlgeräteverordnung in den Wahllokalen vorhanden sein muss. Uns wurde mitgeteilt, dass eine solche hier nicht vorläge, wir sie aber später im Wahlbüro des Rathauses einsehen könnten.
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Die Wahlhelfer führten also die beschriebene Prozedur zum Abschluss der Wahl durch und ließen von der Wahlmaschine einen Beleg mit den endgültigen Ergebnissen der Wahl. Ein Wahlhelfer verlas den Ausdruck und ein andere Wahlhelfer klebte den Zettel in das Wahlprotokoll ein. Unterdessen kam zum Erstaunen aller ein zweiter Ausdruck aus dem Gerät heraus. Dessen Inhalt war jedoch mit dem des ersten identisch, so dass man überein kam, dass dieses Ereignis nichts ungewöhnliches sei und als solches im Wahlprotokoll auch nicht vermerkt werden müsse. Dennoch wurden beide Ausdrucke unterschrieben und ins Protokoll eingeklebt.
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Im Wahllokal für Sektor 001 war die Auszählung unterdessen beendet. Dort hieß es, dass auch dieser Wahlcomputer zwei Zettel ausgedruckt hätte und das offenbar normal sei. Die Bitte, uns eine Baugleichheitserklärung über das Gerät vorzulegen, wurde auch hier mit dem Hinweis abgelehnt, dass sie nicht vorläge, und man gar nicht wisse, was das ist. Herr Fritsch, der Beauftragte für die Installation und Wartung der Wahlcomputer könne uns aber im Rathaus darüber Auskunft erteilen.
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Sodann begleiteten wir die Wahlhelfer auf ihrem Weg ins Rathaus und sahen bei der Auszählung der Stimmen zu. Dort erfuhren wir, dass Herr Fritsch inzwischen in eine Nachbargemeinde versetzt worden war und Herr Gawender nun kommissarisch für die Durchführung der Wahl verantwortlich zeichnete. Auf die Baugleichheitserklärung angesprochen bat man uns, bis nach der Auszählung zu warten, da dafür jetzt keine Zeit sei. Wir wollten wissen, auf welche Weise die Software ihren Weg auf die Wahlcomputer gefunden hat und bekamen zu hören, dass die Software von HSG per E-Mail ins Rathaus übermittelt und mit einem speziellen Programm auf den Wahlcomputern installiert worden sei. Nach Auskunft von Herrn Gawender sei es "auch möglich", eine Authentizitätsprüfung dieser E-Mail vorzunehmen, allerdings ist eine solche Authentizitätsprüfung bei dieser Wahl faktisch nicht erfolgt.
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Nach der Wahl wiesen wir noch einmal auf den doppelten Ausdruck im Wahlbezirk 002 hin und baten den obersten Wahlvorstand, Herrn Müller, uns wie besprochen die vorliegende Baugleichheitserklärung für die verwendeten Wahlcomputer zu zeigen. Das wurde jedoch mit dem Hinweis abgelehnt, dass die Wahlcomputer bereits eingeschlossen seien. Ob die Baugleichheitserklärungen in seinem Büro befänden, wollte er lieber für sich behalten.
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[[Kategorie:Wahlcomputer]]
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[[Kategorie:Wahlbeobachtung]]

Aktuelle Version vom 13. Februar 2008, 17:01 Uhr

Fotos und Blogeintrag

Am späten Nachmittag fahren wir zu zweit in die Grundschule Vogelsdorf, um der Auszählung der Stimmen beizuwohnen. In der Schule befinden sich die Wahllokale für den Sektor 001 und den Sektor 002. Als wir dort eintreffen, werden wir von zwei Herren freundlich begrüßt, die uns den Weg ins Wahllokal für Sektor 001 weisen. Mit einer Kamera bewaffnet, treffen wir kurz vor 18:00 Uhr dort ein und treffen auf ein Team von Wahlhelfern, das sichtlich erstaunt darüber ist, dass dort jetzt jemand fotografieren will. Nachdem unsere Ausweisdaten aufgenommen wurden, lässt man uns jedoch gewähren. Püntlich um 18:00 Uhr wird das Wahllokal geschlossen, und wir werden gebeten, den Raum zu verlassen. Auf die Frage, weshalb dieser Teil der Wahl unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden soll, bekommen wir zur Antwort lediglich den Hinweis, dass wir in zwei Minuten wieder reinkommen dürften. Also begeben wir uns ins daneben gelegene Wahllokal für Sektor 002, wo die Prozeduren offenbar anders ausgelegt sind. Dort war man gerade damit beschäftigt, die Bedienungsanleitung der Wahlmaschine zu konsultieren, um die Wahl abzuschließen. Wir erbaten Einsicht in die Baugleichheitserklärung für die Wahlmaschine, die nach der Wahlgeräteverordnung in den Wahllokalen vorhanden sein muss. Uns wurde mitgeteilt, dass eine solche hier nicht vorläge, wir sie aber später im Wahlbüro des Rathauses einsehen könnten.

Die Wahlhelfer führten also die beschriebene Prozedur zum Abschluss der Wahl durch und ließen von der Wahlmaschine einen Beleg mit den endgültigen Ergebnissen der Wahl. Ein Wahlhelfer verlas den Ausdruck und ein andere Wahlhelfer klebte den Zettel in das Wahlprotokoll ein. Unterdessen kam zum Erstaunen aller ein zweiter Ausdruck aus dem Gerät heraus. Dessen Inhalt war jedoch mit dem des ersten identisch, so dass man überein kam, dass dieses Ereignis nichts ungewöhnliches sei und als solches im Wahlprotokoll auch nicht vermerkt werden müsse. Dennoch wurden beide Ausdrucke unterschrieben und ins Protokoll eingeklebt.

Im Wahllokal für Sektor 001 war die Auszählung unterdessen beendet. Dort hieß es, dass auch dieser Wahlcomputer zwei Zettel ausgedruckt hätte und das offenbar normal sei. Die Bitte, uns eine Baugleichheitserklärung über das Gerät vorzulegen, wurde auch hier mit dem Hinweis abgelehnt, dass sie nicht vorläge, und man gar nicht wisse, was das ist. Herr Fritsch, der Beauftragte für die Installation und Wartung der Wahlcomputer könne uns aber im Rathaus darüber Auskunft erteilen.


Sodann begleiteten wir die Wahlhelfer auf ihrem Weg ins Rathaus und sahen bei der Auszählung der Stimmen zu. Dort erfuhren wir, dass Herr Fritsch inzwischen in eine Nachbargemeinde versetzt worden war und Herr Gawender nun kommissarisch für die Durchführung der Wahl verantwortlich zeichnete. Auf die Baugleichheitserklärung angesprochen bat man uns, bis nach der Auszählung zu warten, da dafür jetzt keine Zeit sei. Wir wollten wissen, auf welche Weise die Software ihren Weg auf die Wahlcomputer gefunden hat und bekamen zu hören, dass die Software von HSG per E-Mail ins Rathaus übermittelt und mit einem speziellen Programm auf den Wahlcomputern installiert worden sei. Nach Auskunft von Herrn Gawender sei es "auch möglich", eine Authentizitätsprüfung dieser E-Mail vorzunehmen, allerdings ist eine solche Authentizitätsprüfung bei dieser Wahl faktisch nicht erfolgt.

Nach der Wahl wiesen wir noch einmal auf den doppelten Ausdruck im Wahlbezirk 002 hin und baten den obersten Wahlvorstand, Herrn Müller, uns wie besprochen die vorliegende Baugleichheitserklärung für die verwendeten Wahlcomputer zu zeigen. Das wurde jedoch mit dem Hinweis abgelehnt, dass die Wahlcomputer bereits eingeschlossen seien. Ob die Baugleichheitserklärungen in seinem Büro befänden, wollte er lieber für sich behalten.